Jugendwaldeinsatz 2021 – Tag 4

Pascal und Maurice (7b) berichten vom Rotenberg:

Heute sind wir um 5:40 Uhr aufgestanden und sind frühstücken gegangen. Danach mussten wir 5 Stunden Apfelsaft pressen. Dann gab es Mittagessen. Es gab Reis mit einer Fleischsoße. In unserer Freizeit haben wir in unseren Zimmern gechillt und Bogen geschossen [Anm. der Redaktion: es handelte sich um einen Lehrgang im Bogenschießen]. Am Ende des Tages gab es noch ein Lagerfeuer und das war unser Tag.


Herr Niehsen meldet sich wieder aus Stadtoldendorf:

Liebe Daheimgebliebene,

Unser herzlichster Glückwunsch zum Geburtstag gilt Lennard und Leni😊.

Es ist Freitagnachmittag, die Kids sind runter in den Ort, wahrscheinlich um wie die neunköpfigen Raupen über den nächsten Dönerladen herzufallen oder den nächsten Rossmann zu plündern, obwohl die Verpflegung hier ausgezeichnet ist. Aber gegen schlechte Gewohnheit lässt sich nur schwer ankämpfen. Die Jungredakteure haben möglicherweise schon das Wochenende eingeläutet. Mal schauen, ob noch etwas kommt. So bleibt mir ein wenig Zeit über einige Dönkes aus dem Jugendwaldheim zu berichten.

Es kann nichts so derart in Routine ausarten, dass es nicht doch immer wieder etwas Neues gibt. Gestern Abend wurde ich von einer junge Dame doch tatsächlich gebeten, das Wecken ein Viertelstunde vorzuverlegen. Richtig verstanden: vorzuverlegen. Die Zeit von 6:00 Uhr bis zum Frühstück um Halbsieben sei zu knapp bemessen. Nun ist die knappe Bemessung nichts Neues. Bisher gingen die Vorschläge doch eher in die Richtung der Verschiebung des Frühstücks und des Arbeitsbeginns, natürlich unter Beibehaltung des Arbeitsendes. Aber das Wecken vorverlegen, wir waren perplex. Dennoch bin ich dem Wunsch nachgekommen. Im Alter braucht man ja bekanntlich weniger Schlaf.

Ein Vertreter der männlichen Zunft bat mich, ihn persönlich eine Viertelstunde vor dem Wecken der anderen aus Morpheus‘ Armen zu reißen. Er könne seine Stubenkameraden morgens noch nicht sofort um sich haben. Ein tiefer Blick in seine Pupillen hat mich davon überzeugt, dass er keine verbotenen Substanzen konsumiert hatte. Nach meiner Frage, ob lieber zu den Klängen einer Harfe oder durch ein Küsschen auf die Wange, habe ich das Begehren dann ohne weitere Begründung abgelehnt.

Gestern wurde ich unbeabsichtigt Zeuge eines Gesprächs aus einer Damenrunde über unseren Vorarbeiter. Da fiel die Aussage: „Der Werner ist aber schon ein cooler Knacker“. Ich konnte nicht an mich halten, dem coolen Knacker davon zu berichten. Natürlich nicht, ohne ihn herzhaft auszulachen.

Heute musste ich aus Gründen der Dienstaufsicht mein Nachtlager in den Jungsblock verlegen. Also habe ich mein Geraffel in den Koffer gepackt und mich mit Sack und Pack in den mir zugewiesen Block begeben (wollen). Auf dem Weg dorthin kam mir ein junger Mann entgegen und meinte: „Geben Sie mal her. Ich trage Ihnen die Tasche nach oben!“ Das war zwar ausgesprochen nett und zuvorkommend. Dennoch ist mir noch im Nachhinein mein gestriges Lachen [cooler Knacker] im Halse stecken geblieben. Soweit ist es also schon!

Aber das ist sicherlich keine Geschichte, die die Leserschaft interessiert. Von größerem Interesse sind da schon eher die Begebenheiten der Kids. Und da gibt es nicht viel zu berichten. Die sind nett, die sind freundlich, die sind hilfsbereit, die sind laut, die können nervig sein, manchmal jedenfalls, die sind frech, die sind wild. Also die sind völlig normal. Die sind wunderbar.

Außerdem, ich will es ja eigentlich nicht beschreien, sind wir bisher von Krankheit verschont geblieben [deren Name nicht genannt werden darf], die aber mit H anfängt [ihr wisst schon, welche] und die ganz besonders gut durch ein entsprechendes Placebo behandelbar ist. Wir hoffen inständig, dass das auch so bleiben wird.

Davon brauchen wir hoffentlich in diesem Jugendwaldeinsatz nicht mehr zu berichten. Mal sehen.

Für morgen ist der Besuch des Tierparks in Neuhaus angesagt. Nach meinem Dafürhalten völlig überflüssig. Esel anschauen und Ziegen streicheln kann man hier oben viel intensiver und vor allem billiger haben! Aber die wollen das ja so.

Übermorgen soll die Weser wieder unsicher gemacht werden. 19 Flusskilometer sind geplant. Einige schaffen bestimmt wieder das Doppelte. Mal sehen.


Bis dahin sagen Tschüss,

Die Waldschrate*innen aus Stadtoldendorf