Tabletklassen am DBG

Medienbildungskonzept zur Einführung einer 1:1-Ausstattung ab Jahrgang 7

1. Kriterien für die Geräteauswahl

Tablets bieten im schulischen Kontext mehrere Vorteile. Durch ihre intuitive Bedienbarkeit, schnelle Einsatzbereitschaft und hohe Mobilität ermöglichen sie einen niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Lernprozessen. Gerade in den Jahrgängen 7 und 8 ist dies von besonderer Bedeutung, da Schülerinnen und Schüler hier schrittweise an digitale Arbeitsweisen herangeführt werden sollen. Tablets verbinden Funktionen wie Recherche, Textverarbeitung, audiovisuelle Produktion und Präsentation in einem Gerät und erweitern damit die Möglichkeiten des Unterrichts erheblich. 

Didaktisch besonders wertvoll ist die Multimodalität der Geräte: Kamera, Mikrofon und kreative Apps ermöglichen beispielsweise das Erstellen von Erklärvideos, Podcasts oder digitalen Präsentationen. Dadurch können Lernende Inhalte nicht nur konsumieren, sondern auch selbst produzieren und reflektieren. 

Gleichzeitig ist es uns wichtig zu betonen, dass bestimmte fachliche Anforderungen – etwa im Informatikunterricht (Digicom) – weiterhin klassische Computerarbeiten (Laptops) erforderlich machen. Eine Kombination aus Tablets als persönlichem Lernwerkzeug und Laptops (Laptop-Wagen) für spezielle Anwendungen stellen daher ein ausgewogenes technisches Gesamtkonzept dar. 

Damit wird sichergestellt, dass das digitale Endgerät nicht lediglich ein technisches Zusatzinstrument ist, sondern ein pädagogisch sinnvoll integriertes Lernwerkzeug.

2. Verankerung im schuleigenen Arbeitsplan

Der Aufbau digitaler Kompetenzen stellt eine Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer dar. Im Medienbildungskonzept des DBG wird daher festgelegt, wie die Kompetenzen systematisch über die Jahrgänge hinweg aufgebaut werden. Grundlage bildet der Orientierungsrahmen Medienbildung Niedersachsen, der sechs zentrale Kompetenzbereiche beschreibt. Durch diese Zuordnung wird deutlich, dass Medienbildung nicht isoliert, sondern fachintegrativ vermittelt wird. In dieser Progression entwickeln Schülerinnen und Schüler zunächst grundlegende Fähigkeiten wie digitale Recherche oder Präsentation und gelangen später zu komplexeren Kompetenzen wie eigenständigen Medienrecherchen oder kritischer Medienanalyse. 

Verzahnung mit dem Fach Digicom (Informatik) 

Ab Jahrgang 9 ergänzt das Pflichtfach Digicom (Informatik) die fachübergreifende Medienbildung. Während andere Fächer digitale Werkzeuge zur Unterstützung von Lernprozessen einsetzen, vermittelt Digicom (Informatik) grundlegende informatische Prinzipien, etwa algorithmisches Denken oder Datenstrukturen.

Die Verzahnung ermöglicht eine sinnvolle Arbeitsteilung:

  • Fächer: Anwendung digitaler Werkzeuge im Lernprozess
  • Digicom (Informatik): Verständnis der technischen Grundlagen

Damit wird Medienbildung sowohl anwendungsorientiert als auch reflexiv vermittelt.

3. Didaktisch-methodische Ausgestaltung

Integrationsebene der Tablets

Digitale Medien werden am DBG auf unterschiedlichen Ebenen in den Unterricht integriert. Auf einer grundlegenden Ebene ersetzen die Tablets analoge Arbeitsmittel, etwa wenn Arbeitsblätter digital bereitgestellt oder digitale Schulbücher genutzt werden. 

Ein größerer pädagogischer Mehrwert entsteht jedoch dadurch, dass die Tablets und die digitalen Werkzeuge am DBG auch neue Lernformen ermöglichen: 

  • kollaboratives Schreiben an gemeinsamen Dokumenten
  • multimediale Präsentationsformen und
  • differenzierte digitale Materialien sowie Aufgabenstellungen

Diese Lernsettings fördern aktive Lernprozesse und eigenständige Wissenskonstruktion.

Vielfalt der Lernaktivitäten

Ein lernwirksamer digital unterstützter Unterricht sollte verschiedene Lernaktivitäten kombinieren:

  • Informationsaufnahme (z. B. Recherche oder Videos)
  • Austausch und Diskussion
  • kooperative Arbeit in Gruppen
  • forschendes Lernen
  • kreative Medienproduktion

Durch diese Vielfalt wird am DBG ein Unterricht ermöglicht, der handlungsorientiert, schüleraktiv und kompetenzorientiert gestaltet ist. Die Tablets ermöglichen hier zahlreiche Möglichkeiten: Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Erklärvideos und Podcast erstellen, Interviews aufnehmen, Präsentationen entwickeln oder Daten grafisch darstellen. 

Nutzung von Cloud-Lösungen

Für eine effiziente Zusammenarbeit und Organisation von Lernmaterialien ist die Nutzung der schulischen Cloud-Strukturen am DBG sehr hilfreich. Unsere Plattform (iServ) ermöglicht:

  • die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten
  • strukturierte Ablage von Materialien
  • digitale Abgabe von Aufgaben und eine
  • transparente Kommunikation

Mit iServ schaffen wir eine lernförderliche digitale Infrastruktur, die sowohl Präsenzunterricht als auch hybride Lernformen unterstützt.

Tabletklassen am DBG – 1:1-Ausstattung ab Jahrgang 7

Die Einführung von Tablet-Klassen ab Jahrgang 7 ist unser zentraler Beitrag, um Schülerinnen und Schüler optimal auf diese digitale Realität vorzubereiten. Das Konzept gewährleistet eine strukturierte, schrittweise und pädagogisch fundierte Heranführung an das digitale Lernen, wobei traditionelle Lehrmethoden sinnvoll ergänzt, aber nicht ersetzt werden.

Die Einführung erfolgt in einem vierstufigen Prozess, Ziel ist es, das Tablet ab Jahrgang 7 zunächst als reines Werkzeug zu etablieren, bevor es in Jahrgang 9 zum zentralen Arbeitsmedium wird. Durch dieses Stufenmodell gewährleisten wir einen kontrollierten Kompetenzaufbau und minimieren die typischen Ablenkungsfaktoren in der Einführungsphase.

Phase 1JG 7 1.HjHardware-Ankunft
Die Tablets werden organisatorisch erfasst und vorbereitet Die Schule bestimmt von Klasse 7-13, welche Apps auf dem Tablet installiert werden. 
Phase 2JG 7 2. HjFunktionale Beschränkung auf das „Tablet als Werkzeug Taschenrechner“
Leitfach: MathematikDie Tablets werden an die Schülerschaft ausgegeben, jedoch ausschließlich als Taschenrechner-Ersatz genutzt, d.h. es ist nur die Taschenrechner App aufrufbar. Diese bewusste Reduktion hilft dabei, das Tablet als sachliches Arbeitsmittel und nicht als Spielzeug wahrzunehmen.
Phase 3JG 8Methodische Einführung ausschließlich im Fach Politik-Wirtschaft
Leitfächer: Politik-Wirtschaft übernimmt die exklusive Einführung in die digitale Arbeit (Regeln, Systembedienung, OneNote sowie digitale Mappenführung via GoodNotes).Mathematik nutzt das Gerät weiterhin nur in der Taschenrechner-Funktion
Öffnung: Nach einer Pilotphase von 1–2 Monaten können weitere Fächer das Tablet als Rechercheinstrument einbeziehen. Eine digitale Mappenführung bleibt in dieser Phase jedoch explizit auf das Fach Politik-Wirtschaft beschränkt, um eine Überforderung zu vermeiden.
Thementage:Kompetenzvertiefung: Cloud-Arbeit, Office-Anwendungen 
Phase 4JG 9-13VollextensionTablet als zentrales Arbeitsgerät in allen FächernDie digitale Mappenführung wird zum Standard erhoben 

Technische und Organisatorische Rahmenbedingungen

Das DBG unterstützt die reibungslose Integration der Tablets durch folgende Maßnahmen:

  • Infrastruktur: Bereitstellung des WLANs und technische Unterstützung
  • Sicherheit: Schließfächer mit Ladefunktion
  • iPad Steuerung: Lehrkräfte können nicht auf die Inhalte der Schüler und Schülerinnen zugreifen, können aber bestimmen, welche Apps auf den Tablets während des Unterrichts angezeigt werden 

Überblick der wichtigsten Apps

4. Fortbildungsplanung für Lehrkräfte

Die Einführung von Tablets ab Klasse 7 erfordert auch ein begleitendes schulinternes Fortbildungskonzept. In Bezug auf die Tablets wurde und wird sichergestellt, dass alle Lehrkräfte über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen. Dazu gehören etwa:

  • Bedienung der Tablets und zentraler Anwendungen
  • Bedienung der Tablet-Steuerung der Schülergeräte (MDM)
  • Nutzung der schulischen Lernplattform (iServ)
  • Organisation digitaler Materialien 
  • grundlegende Kenntnisse im Datenschutz

Dafür wurden Lehrkräfte ausgewählt, die in bestimmten Bereichen vertiefte Kompetenzen aufbauen (Multiplikatoren):

  • OStR Goll (Organisation der Tabletklassen, technische Administration und First-Level-Support, Tablet Steuerung MDM) 
  • OStR Neebuhr (iServ, Niedersächsische Bildungscloud, moinschule, Fobizz, Einsatz von KI-Werkzeugen im Unterricht, Medienkompetenzen, Fach Digicom (Informatik)
  • OStR Seidel (Einsatz von KI-Werkzeugen im Unterricht, Fobizz)

Darüber hinaus bauen einzelne Lehrkräfte am DBG gezielt vertiefte Kompetenzen in den folgenden Bereichen auf: 

  • fachdidaktische Nutzung digitaler Medien
  • Erstellung digitaler Lernmaterialien

Langfristig trägt die Fortbildungsstrategie am DBG dazu bei, dass digitale Medien nicht nur technisch vorhanden sind, sondern auch didaktisch sinnvoll eingesetzt werden.

5. Nutzungsordnungen und pädagogische Regeln

Umgang mit Sprache: 

Am DBG verpflichten wir uns produktneutrale Begriffe (z. B. „Tablet“ statt Markennamen) zu verwenden, um die Neutralitätspflicht zu wahren.

Prävention:

Da Schülerinnen und Schüler am DBG bereits ab Klasse 7 eigene Geräte besitzen, wurden Maßnahmen zur Förderung der Selbstregulationskompetenz und zum kritischen Umgang mit sozialen Medien eingeführt. 

Prävention wird am DBG bewusst nicht als isolierte Maßnahme verstanden, sondern ist fachübergreifend im Unterricht verschiedener Fächer verankert. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ihre Mediennutzung bewusst zu steuern, Risiken digitaler Kommunikation zu erkennen und digitale Werkzeuge verantwortungsvoll als Lerninstrument einzusetzen.

Ein zentraler Baustein ist die Reflexion der eigenen Mediennutzung. In geeigneten Unterrichtseinheiten, beispielsweise in den Fächern Deutsch, Politik-Wirtschaft oder Werte und Normen, setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrem eigenen Medienverhalten auseinander. Dazu gehört unter anderem die Analyse der eigenen Bildschirmzeit sowie eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Nutzung sozialer Medien. Die Lernenden diskutieren dabei auch Strategien, wie sie Ablenkungen beim Lernen reduzieren und digitale Geräte zielgerichtet als Arbeitsmittel einsetzen können. Auf diese Weise wird die Selbstregulationskompetenz der Schülerinnen und Schüler systematisch gefördert.

Darüber hinaus erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Inhalten sozialer Medien im Fachunterricht, etwa in Deutsch, Werte und Normen, Religion oder Politik-Wirtschaft. Schülerinnen und Schüler analysieren beispielsweise Beiträge von Influencern oder Social-Media-Formate im Hinblick auf Inszenierungsstrategien, Werbemechanismen und mögliche Manipulationen. Auch Themen wie Filterblasen, algorithmische Empfehlungen oder der Umgang mit Informationen im Internet werden thematisiert. Dadurch lernen die Lernenden, digitale Inhalte nicht nur zu konsumieren, sondern kritisch zu hinterfragen und einzuordnen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung einer verantwortungsvollen digitalen Kommunikation. In verschiedenen Fächern arbeiten Schülerinnen und Schüler regelmäßig mit kollaborativen digitalen Werkzeugen, etwa beim gemeinsamen Schreiben von Texten oder bei der Erstellung von Präsentationen. Dabei werden Regeln der Netiquette, des respektvollen Umgangs miteinander sowie Aspekte des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte thematisiert und eingeübt.

Auch die Organisation von Lernprozessen mit digitalen Geräten ist Bestandteil des Unterrichts am DBG. Lehrkräfte unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, digitale Werkzeuge sinnvoll zur Strukturierung ihrer Arbeit zu nutzen, etwa durch digitale Notizsysteme, strukturierte Ablagen oder Planungstools. Gleichzeitig werden bewusst auch Phasen ohne digitale Geräte eingeplant, um konzentriertes Arbeiten und persönliche Kommunikation zu fördern. Auf diese Weise lernen die Schülerinnen und Schüler, digitale Endgeräte als Arbeits- und Lernwerkzeug bewusst und zielgerichtet einzusetzen.

Ergänzend dazu werden in einzelnen Unterrichtsprojekten Fragen der digitalen Identität und des persönlichen Auftretens im Internet aufgegriffen. Schülerinnen und Schüler reflektieren dabei, welche Informationen sie online teilen, welche Wirkung digitale Beiträge haben können und welche Verantwortung mit der Nutzung sozialer Medien verbunden ist.

Durch diese kontinuierliche und fachübergreifende Einbindung präventiver Medienbildung verfolgt das Dietrich Bonhoeffer Gymnasium das Ziel, Schülerinnen und Schüler zu einem selbstständigen, verantwortungsbewussten und reflektierten Umgang mit digitalen Medien zu befähigen.

Versicherung für die Tablets

Die mobilen Endgeräte sind nicht über den Verleiher (das Land Niedersachsen bzw. die Schule) versichert

Eigenverantwortung bei der Absicherung

Da kein automatischer Versicherungsschutz besteht, liegt es im eigenen Ermessen des Entleihers (Lehrkraft bzw. Erziehungsberechtigte), eine private Versicherung zur Absicherung im Falle von Verlust, Diebstahl oder Sachschäden abzuschließen.

Haftung bei Schäden oder Verlust

  • Grundsätzliche Haftung: Für Schäden haften die Entleiher nach den gesetzlichen Vorgaben.
  • Schüler/Erziehungsberechtigte: Erziehungsberechtigte (oder volljährige Schüler) tragen die Kosten für die Reparatur oder den Ersatz von mutwillig oder äußerlich beschädigten Geräten gemäß den gesetzlichen Bestimmungen.
  • Abnutzung von Zubehör: Zubehör wie Schutzhüllen, Stifte oder Netzteile unterliegen dem Verschleiß und müssen bei Bedarf durch die Erziehungsberechtigten ersetzt werden.
  • Zentrale Bearbeitung: Zur Abwicklung von Regressansprüchen bei Defekt, Beschädigung oder Verlust wurde eine zentrale Stelle in den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung (RLSB) eingerichtet. Das entsprechende Formular finden Sie hier.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nutzerinnen und Nutzer (bzw. deren Erziehungsberechtigte) im Falle eines Schadens oder Verlusts selbst verantwortlich sind und prüfen sollten, ob eine bestehende Haftpflicht- oder Hausratversicherung solche Fälle abdeckt oder eine separate Versicherung sinnvoll ist.

Gebühren

Es fallen aktuell keine weiteren Gebühren an, die Kosten für die Administration der iPads übernimmt der Schulträger. Die von der Schule verwendeten Apps sind kostenfrei. Sollten dennoch weitere Kosten für digitale Schulbücher anfallen, bedenken Sie, dass diese sogar geringfügig günstiger sind, als die Leihe eines analogen Schulbuchs. Diesbezüglich entscheiden die Fachschaften nach pädagogischem Ermessen, ob digitale Schulbücher für das Lernen hilfreich sind oder eben nicht.

Wo können die Tablets sicher in den Pausen aufbewahrt werden?

Um die Tablets und andere Wertgegenstände sicher aufzubewahren, können Sie hier  https://www.dbg-ahlhorn.eu/schliessfaecher-fuer-wertsachen/  ein Schließfach (mit Lademöglichkeit) in der Schule mieten.

Wir freuen uns sehr, Ihren Kindern auf diesem Weg einen weiteren Baustein für deren Zukunft in Ausbildung, Beruf und Universität bieten zu können. Nicht nur die Schule wird weitere Schritte in Richtung der Digitalisierung des Lernens gehen, sondern auch die zukünftigen Arbeits- und Lebenswelten unserer Schüler werden zu einem erheblichen Teil von digitalen Medien bestimmt sein. Wir möchten uns unserer Verantwortung stellen, indem wir sie darauf vorbereiten.

Mit freundlichen Grüßen

OStR Niko Goll 

Organisation und Betreuung digitaler Informationssysteme